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2025-11-20
// Proberaum & Musikmachen

Steinberg UR44C im Alltag

Seit 2019 ist das Steinberg UR44C unser Interface für Aufnahmen zu zweit – und inzwischen auch fester Bestandteil meines Schreibtischs. Was dazu geführt hat, warum es geblieben ist und was ich daran schätze.

Wie es dazu kam

Früher hatte ich ein Interface aus der Reihe U-Phoria von Behringer – welches genau, weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr. Es hat seinen Zweck erfüllt, aber irgendwann wollte ich etwas Besseres. Beim Suchen hatte ich immer wieder das Steinberg UR12 auf dem Schirm, ohne es je zu kaufen. Dann wurde das UR44C (bzw. die neuen Modelle generell) angekündigt und ich hatte es mir eigentlich schon vor dem Kauf gedanklich zugelegt.

Kurz davor hatte ich auch noch bei anderen Herstellern geschaut. Midas zum Beispiel kannte ich dadurch, dass im Behringer-Interface Midas-Preamps verbaut waren – das hatte mich neugierig gemacht. Focusrite war ebenfalls auf dem Zettel, allerdings hatte ein Bekannter eines der infrage kommenden Modelle und war trotz guter Reputation der Geräte nicht vollständig zufrieden – nicht weil es schlecht war, sondern weil es in der Praxis nicht ganz das gehalten hat, was er sich erhofft hatte. Das hat mich dann nicht weiter in diese Richtung gezogen.

Das UR44C habe ich mir direkt gekauft, sobald es verfügbar war. Seitdem ist es geblieben.

Was daran hängt

Für Aufnahmen zu zweit braucht es nicht unbedingt mehr als einen einzelnen Eingang, jedoch ist es so komfortabler. Das UR44C bietet mit seinen vier Combo-Eingängen genug Spielraum für das, was wir machen. Konkret sieht das so aus:

Für E-Gitarre kommt ein Shure SM57 zum Einsatz, das auch für gelegentliche Percussion oder andere spontane Aufnahmen herhalten muss – weil es halt immer da ist. Für Akustikgitarre arbeiten wir entweder mit zwei Rode M5 im Stereopaar (MP = Matched Pair) oder, je nach Situation, mit einer Kombination aus SM57 und Neumann TLM 102. Letzteres klingt schön, braucht aber etwas mehr Aufwand beim Aufbau. Für Gesang hängt entweder das TLM 102 oder ein Rode NTR dran – beides Großmembrankondensatoren.

Am MIDI-Eingang steckt ein Akai MPK Mini IV. Am Ausgang hängen zwei Genelec 8020D. Das UR44C ist per USB-C direkt mit dem Mac verbunden, läuft aber über das externe Netzteil statt über Bus-Power – ich fühle mich damit einfach wohler, auch wenn USB-C theoretisch ausreichen würde.

Aufnehmen mit Logic Pro

Wir arbeiten fast ausschließlich mit Logic Pro. Das UR44C wird von macOS sofort erkannt, Treiber gibt es von Steinberg und die Integration läuft problemlos. Latenz war nie ein Thema – das Monitoring läuft entweder direkt über das Interface oder über Logic, je nachdem was gerade gebraucht wird. Die Kopfhörer hängen am Interface, nicht am Computer. Die DAW gibt ihr Signal ans Interface aus und von dort hören wir alles ab. Das ist der normale Workflow und es funktioniert reibungslos und ohne Kompromisse.

Die eingebauten DSP-Effekte – Reverb und Kompressor für das Monitoring – haben wir anfangs ausprobiert. Sie sind in Ordnung, aber wir nutzen sie nicht aktiv. Alles läuft in Logic. Wegen des MPK Mini hatte ich mir irgendwann vorgenommen, Ableton Live auszuprobieren, weil die MIDI-Integration dort anders funktioniert. Passiert ist das bis heute nicht.

Verarbeitung und Alltag

Was beim ersten Anfassen auffällt und bis heute so geblieben ist: Das Gerät fühlt sich sehr wertig an. Buchsen, Regler, Gehäuse – alles sitzt fest, nichts wackelt, nichts hängt. Es ist kompakt gebaut, ohne dabei billig zu wirken. Das war auch einer der Gründe, warum ich kein Mischpult mit integriertem Interface gewählt habe: Damals gab es keinen separaten Raum für Musik Zuhause, Aufnahmen fanden am Schreibtisch statt und ein Mischpult hätte dort zu viel Platz eingenommen – auch ein kleines.

Anfangs stand das UR44C in einer Ecke des Schreibtischs, gut erreichbar und nicht störend. Inzwischen hat es einen anderen Platz: Es steht unter meinem Monitor, der darauf gestellt ist. Das ist nicht die ursprüngliche Verwendung des Geräts, aber es passt von der Höhe gut und hat sich so eingependelt.

Dass ich es inzwischen ein zweites Mal gekauft habe, sagt vielleicht am meisten. Seit wir zuhause einen kleinen Proberaum haben, wollte ich das Interface nicht mehr hin- und herschleppen. Also hat das erste Exemplar seinen Platz am Schreibtisch behalten – mit 2.1-Anlage und Mikrofon für Discord daran – und das zweite ist jetzt im kleinen Proberaum. Für den größeren Aufnahmekontext mit der Band haben wir außerdem ein UR816C, über das ich irgendwann noch separat schreiben werde.

Fazit nach sechs Jahren

Seit 2019 ist das UR44C aus unserem Aufnahme-Workflow nicht mehr wegzudenken – und dass ich es inzwischen ein zweites Mal gekauft habe, ist wohl das ehrlichste Fazit, das ich ziehen kann. Es macht keine Probleme, klingt gut, fühlt sich wertvoll an und passt sich dem an, was man gerade braucht: Mal als reines Aufnahme-Interface im Proberaum, mal als zentraler Audio-Hub am Schreibtisch.

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